Selbstcoaching zur Entscheidungsfindung

Bodenanker

Längeres Hin- und Her-Wälzen von Optionen führt häufig dazu, dass Menschen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Auch nach Gesprächen mit Freunden und gemeinsamer Suche nach den passenden Lösungen, bleibt das Gefühl bei der Entscheidungsfindung nicht voran zu kommen. Wer aus dem Dilemma aussteigen will, kann sich vertrauensvoll an einen Coach wenden, oder es erst einmal mit einem Selbstcoaching probieren. Daniela Schlick, Karrierecoach stellt hier eine einfache Methode zur Entscheidungsfindung vor.

Das Eine, das Andere, beides…oder keines von beiden?

Die folgende Methode nach Matthias Varga von Kibéd erlaubt andere Perspektiven auf Ihre Optionen, diese zu prüfen und zur Entscheidungsfindung kommen oder sich der Entscheidung anzunähern.

Suchen Sie sich für die Positionen:  das Eine, das Andere, beides, keines von beiden, ein Symbol oder ein Bild aus. Sorgen Sie für eine ruhige und angenehme Atmosphäre und entspannen Sie sich.  Planen Sie für die Übung ca. 45 Minuten ein.

Legen Sie nun Ihr Symbol oder Bild auf den Boden, das für „das Eine“ steht. Stellen Sie sich darauf. Schließen Sie die Augen für eine bessere Wahrnehmung oder senken Sie den Blick.

Spüren Sie nach, wie es sich anfühlt auf der Position „das Eine“ zu stehen. Sprechen Sie  während des Prozesses auftauchende Gefühle oder Bilder laut aus, damit Sie im Raum stehen.

  • Welche Bilder entstehen, wenn Sie an „das Eine denken“?
  • Welche körperlichen Symptome entwickeln sich?
  • Welche Emotionen tauchen auf?
  • Tauchen Geschmäcker oder Gerüche auf?
  • Hören Sie Stimmen?

Legen Sie jetzt das Symbol oder Bild auf den Boden, das für „das Andere“ steht.  Spüren Sie nach, wie es sich anfühlt an der Position „das Andere“ zu stehen. Sprechen Sie Ihre Gefühle und Bilder wieder laut aus

  • In welchem Abstand stehen die Beiden Positionen zueinander?
  • Welche Bilder entstehen, wenn Sie an „das Andere“ denken?
  • Welche körperlichen Symptome entwickeln sich?
  • Welche Emotionen tauchen auf?
  • Tauchen hier neue Geschmäcker oder Gerüche auf?
  • Hören Sie etwas?

 Kehren Sie nun zur Position „das Eine“ zurück.

  • Hat sich etwas verändert, wenn Sie jetzt dahin zurückgehen?
  • Was ist anders, wenn Sie jetzt auf die Position „das Andere“ blicken?
  • Ist etwas anders an dieser Position?
  • Was ist besser? Was ist schlechter?

Pendeln Sie nun so lange zwischen „das Eine“ und „das Andere“  wie eine Veränderung stattfindet. Wenn es keine Veränderung mehr gibt, ist es Zeit sich der Position „beides“ zuzuwenden.

Suchen Sie nun einen Platz, an dem beides möglich ist und legen Sie das Symbol oder Bild für „beides“ auf den Boden. Testen Sie die Möglichkeit, ob etwas von Beidem möglich ist (Beispiel: eine Probe auf Zeit mit konkreten Rahmenbedingungen). Richten Sie nun Ihre Perspektive auf die beiden Positionen „das Eine“ und „das Andere“.

  • Welche Bilder und Ideen tauchen jetzt auf?
  • Welche Chancen könnte „beides“ mit sich bringen?

Legen Sie nun das Symbol oder  Bild für die Position „keines von beiden“ gegenüber der Stelle für „beides“ auf den Boden. Möglicherweise entdecken Sie hier eine neue Option. Die Position kann für Sie aber auch bedeuten, dass es überhaupt keine Entscheidung ist. Oder dass vor der Entscheidungsfindung noch eine andere Grundsatzentscheidung gefällt werden sollte.

  • Wie stellen sich die bisherigen Möglichkeiten aus dieser Perspektive für Sie dar?
  • Ergibt sich hier etwas Neues?
  • Erkennen Sie Tendenzen?
  • Ergeben sich neue Optionen, die nun sichtbar werden?

Sie können nun zwischen Ihren Positionen Hin- und Herpendeln. Betrachten Sie die einzelnen Positionen jeweils von den anderen Positionen aus. Finden Sie Ihren bevorzugten Punkt. Möglicherweise verändert sich das was sie an den verschiedenen Positionen wahrnehmen im Laufe der Übung.

Nun betrachten Sie die Optionen noch einmal von ganz außen oder von oben.

Wie stehen Ihre Optionen zu einander?

Gewinnen Sie aus dieser Perspektive eine neue Einsicht?

Was wäre der emotionale Gewinn des Gewählten?

Wie kann das nicht Gewählte ins Gewählte einfließen?

Am Ende gegen Sie noch einmal an den für Sie besten Platz und steigen bewusst aus der Übung aus. In der Reflexion stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wie haben Sie sich mit der Übung gefühlt?
  • Sind Sie zu einer Entscheidung gelangt? Wenn ja, wie fühlen Sie sich nun mit dieser Option?
  • Gab es eine Annäherung zur Entscheidungfindung? Wie fühlen Sie sich damit?

Bei dieser Übung muss keine Entscheidung getroffen werden. Im Vordergrund steht die bewusste Auseinandersetzung mit den Optionen aus mehreren Perspektiven. Lassen Sie die Erkenntnisse sickern. Die Entscheidung wird kommen, wenn alles zu Ende gedacht wurde.

 

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