Multimodal Interview versus gängiger Interviews

Multimodal Interview

Das MMI (Multimodal Interview) nach Schuler ist sehr beliebt, wenn man die einzelnen Interviewgepflogenheiten von Personalern vergleicht. Meistens bitten Personaler zu Einzelinterviews, Unterschiede zeigen sich erst im Format und in der Struktur der Verfahren. Hier beleuchten wir die gängigsten Varianten  und stellen das multimodale Interview näher vor.

Strukturierungsgrad und Validität

Von einem strukturierten Interview spricht man dann, wenn jeder Kandidat nach einem vorher festgelegter Fragenkatalog in der gleichen Reihenfolge systematisch befragt wird. Analysen belegen übereinstimmend, dass strukturierte Interviews eine hohe Validität aufweisen. Viele Recruiter sind dennoch dazu übergegangen flexible Elemente in die Struktur einzubauen. Hier spricht man von halbstrukturierten Interviews. Die vorgesehenen Fragen stellen sicher, dass beim Interview nichts Wichtiges vergessen wird. Der Personaler kann aber spontan auf Situationen reagieren. Er gewinnt auf diese Weise zusätzliche Einsichten über den Kandidaten für die abschließende Entscheidung.

Situative Befragung und multimodal Interview

Weitere Interviewelemente und Formen die vor allem in der Personalberatung sehr häufig Anwendung finden sind die situative Befragung und das multimodal Interview. In einer situativen Befragung wird der Kandidat gebeten, sich mit einer konkreten Situation auseinander zu setzen. Er soll beschreiben, wie er sich in diesem Fall verhalten würde. Diese Interviewform basiert auf die Critical-Incident-Technik nach Flanagan. Hier versucht man bestimmte Verhaltensweisen als besonders erfolgreich oder nicht erfolgreich im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel zu klassifizieren.

Multimodal Interview ist des Personalberaters Liebling

Das multimodale Interview (nach Schuler) stellt eine Mischung aus verschiedenen Interviewformaten dar. Es besitzt eine hohe Validität und ist speziell in der Personalberatung die beliebteste Fragetechnik. Wie bei einem Assessment Center wird im multimodalen Interview zum Beispiel die Selbstpräsentation beurteilt. Biographische Fragen, situative Fragestellungen, Fragen zu Motiven, Einstellungen und Werten finden hier Berücksichtigung. In Summe ist dies die intensivste und aufwendigste Auseinandersetzung mit dem Bewerber und seinem Background. Das bedeutet  einen höheren Aufwand in der Vorbereitung, Durchführung und Analyse. Es führt jedoch zu einem größeren Output: bessere Beurteilungsmöglichkeiten und mehr Fairness gegenüber den Kandidaten.